Vladimir Yankilevsky

Zitat zu Yankilevskys Werken

" Yankilevskys Bildchiffre für die Symbolisierung des weiblichen Prinzips im kosmischen Geschehen, das Stabilität, In-Sich-Ruhen, Sicherheit und Harmonie zum Ausdruck bringen soll, geht auf uralte Darstellungen des Frauenkörpers zurück, die sich bereits in den altsteinzeitlichen Kulturen nachweisen lassen, wo Tierdarstellungen einerseits und weibliche "Ikonen" andererseits die Pole des menschlichen Lebensraumes zum Ausdruck brachten....Ganz offensichtlich gestaltet Yankilevsky mit seinen Frauenfiguren einen der Zeit enthobenen Gegenpol des weiblichen Prinzips zur Unruhe und Dynamik seines männlichen Widerparts. Sexualität und Fruchtbarkeit als lebenserhaltendes Prinzip nehmen in den nackten Frauentorsi Yankilevskys Gestalt an als Urbild eines von gesellschaftlichen Zwängen noch nicht verborgenen Lebenstriebs. Der Rückgriff auf archetypische Bildfindungen öffnet der so konzipierten Weiblichkeitsimagination einen überzeitlichen Horizont, der sich geschichtlich auf den Menschen und seine Gesellschaft beziehen läßt, ebenso jedoch als Element im "Weltmodel" und im Spiel kosmischer Kräfte seinen Platz finden kann" "In den sehr umfangreichen - und noch nicht abgeschlossenen - Zyklen der 1970er und 1980er Jahre "Anatomie der Gefühle" und "Mutanten", hatte Yankilevsky eine wissenschaftlich anmutende, breit angelegte Untersuchung des menschlichen Seins in Bezug auf die Wahrnehmung der Welt und die Körperlichkeit des Einzelnen sowie seine Kommunikation mit dem anderen und mit der Gruppe oder der Gesellschaft vorgelegt"


Sepp Hiekisch-Picard, stlv. Direktor Museum Bochum aus der Publikation "Variationen des Anderen", Vladimir Yankilevsky, Collage-Zyklen, Bochum, 2002